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Rauchwarnmelder: Vorschriften und Tipps

Rauchwarnmelder: Vorschriften und Tipps

Draußen ist es grau und kalt, abends wird es früh dunkel. Zu Hause werden Kerzen angezündet, der Tee wird auf dem Stövchen warm gehalten und unter der Wolldecke fallen einem irgendwann beim Filmeschauen die Augen zu. Was aber, wenn die Kerze währenddessen zum Beispiel eine Tischdecke oder Gardine in Brand steckt? Rauchwarnmelder schützen im Ernstfall das Leben Ihrer Kunden – unsere Leistungen vor finanziellen Folgen.

Warum Rauchmelder?

Ungefähr 500 Menschen kommen pro Jahr deutschlandweit bei Bränden ums Leben. Meist schlafen die Opfer und sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung. Der Grund: Wenn wir schlafen, ist unser Geruchssinn ausgeschaltet – der Brand wird gar nicht oder erst viel zu spät bemerkt. Der schrille Signalton eines Rauchwarnmelders verschafft hingegen wertvolle Zeit, sich selbst und die Familie in Sicherheit zu bringen. Im nächsten Kundengespräch zum Thema Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung, sollten Sie Ihren Kunden deswegen auf jeden Fall auch auf den großen Nutzen der kleinen Helfer aufmerksam machen.

Wozu Ihre Kunden gesetzlich verpflichtet sind

Alle Bundesländer haben mittlerweile gesetzlich festgelegt, dass alle Neu- und umfangreichen Umbauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden müssen. Vorhandener Wohnraum muss bis zu bestimmten Stichtagen nachgerüstet sein – die Übergangsfristen variieren aber je nach Bundesland. Auch die Verantwortlichkeiten für den Einbau und die Instandhaltung sind in den Ländern unterschiedlich geregelt.

Wie prüfen Ihre Kunden die Rauchwarnmelder?

Mindestens einmal im Jahr sollte die Funktionsfähigkeit der Rauchwarnmelder überprüft werden. Wenn dazu nichts in der Betriebsanleitung des Geräts vermerkt ist, orientiert man sich am besten an folgenden Fragen:

  • Ist das Gerät beschädigt?
  • Zeigt ein Signal eine schwache Batteriespannung an?
  • Sind alle Raucheintrittsöffnungen frei von Abdeckungen?
  • Ist der Signalton klar und deutlich zu hören, wenn der Testknopf betätigt wird?

Defekte Geräte sollten sofort ausgetauscht werden. Übrigens: Bei fehlender Batteriespannung können Fehlalarme ausgelöst werden.

Übersicht Übergangsfristen und Verantwortlichkeiten

Bundesland Nachrüstung Bestand bis Verantwortlich für den Einbau Verantwortlich für die laufende Prüfung
Baden-Württemberg 31.12.2014 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Bayern 31.12.2017 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Berlin 31.12.2020 Eigentümer* Mieter oder sonstige Nutzungsberechtigte
Brandenburg 31.12.2020 Eigentümer* Eigentümer*
Bremen 31.12.2015 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Hamburg 31.12.2010 Eigentümer* Eigentümer*
Hessen 31.12.2014 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Mecklenburg-Vorpommern 31.12.2009 Bauherr/Eigentümer* Eigentümer*
Niedersachsen 31.12.2015 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Nordrhein-Westfalen 31.12.2016 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Rheinland-Pfalz 12.07.2012 Eigentümer Eigentümer
Saarland 31.12.2016 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Sachsen Derzeit besteht noch keine Nachrüstpflicht Bauherr Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Sachsen-Anhalt 31.12.2015 Eigentümer* Eigentümer*
Schleswig-Holstein 31.12.2010 Eigentümer Besitzer (bei Mietwohnungen = Mieter)
Thüringen 31.12.2018 Bauherr/Eigentümer Eigentümer

*Nicht immer ist geregelt, wer für die Nachrüstung und Wartung verantwortlich ist. Allgemein wird aber davon ausgegangen, dass die Nachrüstung von Rauchwarnmeldern dem Eigentümer obliegt. Hat der Eigentümer die Geräte eingebaut, ist er auch für die Inspektion und Wartung zuständig, wenn nichts anderes geregelt ist. Bei Unsicherheiten kann ein Blick in den Mietvertrag helfen.

Wo müssen die Rauchwarnmelder angebracht werden?

Die kleinen Lebensretter müssen in jedem Schlafraum und Kinderzimmer sowie in Flurbereichen installiert werden – die zusätzliche Überwachung des Wohnzimmers ist nur in einzelnen Bundesländern vorgeschrieben, jedoch überall empfehlenswert. In Bädern und Küchen könnte es aufgrund von Wasser- und Kochdämpfen schnell zu Fehlalarmen kommen. Für Küchen kommen daher nur spezielle Hitze- oder küchentaugliche Rauchwarnmelder in Frage, vorgeschrieben sind sie nicht. Generell gilt:

  • Möglichst mittig unter der Zimmerdecke anbringen.
  • Zu Wänden, Deckenspitzen und Einrichtungsgegenständen (hierzu zählen auch Deckenlampen) einen Mindestabstand von 50 Zentimetern einhalten.

Wie findet man einen guten Rauchwarnmelder?

Seit 2008 sind auf dem Europäischen Markt nur Melder zugelassen, die nach der Norm EN 14604 zertifiziert sind. Jedes Gerät mit dieser Nummer erfüllt also den Mindeststandard. Günstige Modelle verursachen oft Fehlalarme. Geräte mit dem Q-Siegel versprechen hingegen erhöhte Stabilität, die Reduktion von Fehlalarmen und verfügen über eine eingebaute Batterie mit einer Lebensdauer von mindestens zehn Jahren.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Und was ist mit dem Versicherungsschutz?

Rauchwarnmelder können einen Brand nicht verhindern. Sie retten in erster Linie Leben und keine Sachwerte! Trotz Rauchwarnmelderpflicht hat das Fehlen eines Melders daher keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Falls die Flamme der Kerze also doch einmal unbemerkt auf die Gardinen übergreift, kommen wir im Rahmen unserer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung für den finanziellen Schaden auf.