Mehr als 80 Prozent: So stark sind die Preise für Kfz-Ersatzteile gestiegen
Eine Untersuchung des GDV zeigt: Autoersatzteile sind seit 2016 im Durchschnitt um mehr als 80 Prozent teurer geworden. Die Preise steigen damit deutlich stärker als die allgemeine Inflation. Nutzen Sie die aktuellen Zahlen, um Kunden die Kostenentwicklung bei Kfz-Schäden verständlich einzuordnen.

Kfz-Ersatzteile: Mehr als 80 Prozent teurer seit 2016
Warum ist die Kfz-Versicherung teurer geworden? Diese Frage begegnet Ihnen im Kundengespräch immer wieder. Aktuelle Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) liefern einen konkreten Ansatz für die Einordnung: Zwischen 2016 und 2026 sind die Preise für Autoersatzteile im Durchschnitt um mehr als 80 Prozent gestiegen. Allein zwischen August 2025 und August 2026 betrug der Anstieg mehr als vier Prozent. Bei einzelnen Karosserieteilen wie Vordertüren, Kofferraumklappen und hinteren Seitenwänden haben sich die Preise seit 2016 sogar nahezu verdoppelt.
Preisentwicklung ausgewählter Auto-Ersatzteile von 2016 zu 2026:
| Ersatzteil | Preis im Januar 2016 | Preis im August 2026 | Preisentwicklung in Prozent |
|---|---|---|---|
| Seitenwand hinten | 593 | 1.187 | 100% |
| Kofferraumklappe | 579 | 1.139 | 97% |
| Tür vorn | 507 | 994 | 96% |
| Kotflügel vorn | 194 | 369 | 91% |
| Tür hinten | 537 | 1.015 | 89% |
| Motorhaube | 426 | 803 | 88% |
Durchschnittliche Preisentwicklung repräsentativer Fahrzeuggruppen. Quelle: GDV.
Ersatzteilpreise steigen doppelt so stark wie die Inflation
Wie außergewöhnlich die Entwicklung ist, zeigt der Vergleich mit der allgemeinen Preissteigerung: Während die durchschnittliche Inflationsrate in den vergangenen zehn Jahren laut GDV bei 2,8 Prozent pro Jahr lag, verteuerten sich Autoersatzteile jährlich um durchschnittlich rund 6 Prozent. Damit stiegen ihre Preise etwa doppelt so stark wie die allgemeinen Verbraucherpreise.
Ersatzteilpreise nur ein Kostenfaktor
Die Ersatzteilpreise sind nicht der einzige Kostenfaktor, der zu höheren Schadenaufwänden beiträgt. So sind laut GDV z.B. die Stundensätze für Mechanik, Elektrik, Karosserie und Lackierung zwischen 2017 und 2024 um rund 50 Prozent gestiegen. Damit lag die Steigerung auch hier bei rund 6 Prozent im Jahr, bei 2,8 Prozent allgemeiner Inflation. Hinzu kommt die zunehmende technische Komplexität: Moderne Assistenzsysteme erfordern selbst bei vergleichsweise einfachen Arbeiten, wie dem Tausch einer Windschutzscheibe, zusätzliche Aufwände, etwa durch die Kalibrierung von Kameras und Sensoren.
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?


