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#VHVSocialMedia: Welche Kanäle sind sinnvoll?

#VHVSocialMedia: Welche Kanäle sind sinnvoll?

Zeitungsanzeigen, Produktflyer und persönliche Beratung: Früher waren die Kommunikationswege überschaubar. Doch auf welche Möglichkeiten setzt man heute als Vermittler? Behalten Sie mit uns den Überblick über die wichtigsten Kanäle.

Digitale Vielfalt: Wir sorgen für Orientierung

Dass es heute ein vielschichtiges Angebot insbesondere digitaler Kommunikationakanäle gibt, heißt nicht, dass Sie auf Altbewährtes verzichten sollen. Selbstverständlich ersetzt auch nichts das persönliche Beratungsgespräch. Allerdings lohnt es sich, einen Blick auf die neuen Möglichkeiten zu werfen. Vor allem, weil immer mehr Ihrer Kunden auf Facebook, Instagram und Co. unterwegs sind. Damit Sie besser einschätzen können, welche digitalen Kanäle neue Ansätze für Ihre Akquisearbeit mit sich bringen, haben wir hier das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

Facebook – darum sollten Sie nicht drauf verzichten:

Die Social-Media-Plattform erntet zwar immer wieder Kritik und ruft Datenschützer auf den Plan, doch das wäre wohl nicht der Fall, wenn es sich um einen unbedeutenden Kanal handeln würde. In Deutschland zählt Facebook über 30 Millionen aktive Nutzer – damit ist die Plattform immer noch die meistgenutzte und für Werbetreibende am vielversprechendsten. Das liegt vor allem daran, dass mittlerweile alle Altersklassen auf Facebook vertreten sind. Man beklagt zwar einen Rückzug der Teenager, dafür sind aber die Altersklassen zwischen 30 und 60 heute deutlich stärker vertreten, als noch vor ein paar Jahren.

Wozu wird Facebook genutzt?

Facebook soll die Menschen miteinander verbinden, den persönlichen Austausch fördern. Das bedeutet aber nicht, dass Unternehmen nicht willkommen sind. Ganz im Gegenteil: Facebook bietet die Möglichkeit, sehr gezielt Werbebotschaften in Umlauf zu bringen. Natürlich kostet das etwas, aber Sie können beispielsweise genau festlegen, welcher Altersgruppe bestimmte Inhalte angezeigt werden sollen. Genauso lassen sich auch bestimmte Interessen filtern: Wenn Sie beispielsweise die Vorteile der Hausratversicherung für Fahrrad-Liebhaber herausstellen wollen, können Sie diese auch als Zielgruppe einstellen. Facebook spielt die Inhalte entsprechend an die User aus, die durch ihr Nutzerverhalten im Netz (Suchbegriffe, Profilen denen sie auf Facebook folgen, Interaktion mit anderen Fahrrad-Liebhabern) erkennen lassen, dass sie gern mit dem Rad unterwegs sind. So kommen die Botschaften wirklich bei denen an, die Sie auch ansprechen wollen. Das macht die Werbemöglichkeiten auf Facebook so attraktiv.

Welche Inhalte sind auf Facebook beliebt?

Bei Facebook kommen besonders die emotionalen Themen gut an. Plumpe Werbung ist zu vermeiden und wird auch von Facebook selbst als minderwertig eingestuft und entsprechend weniger ausgespielt. Inhalte, die Bedürfnisse der User ansprechen, Privatpersonen weiterhelfen, sie informieren und Gefühle adressieren, haben höhere Erfolgschancen. Sie sollten also zu offensichtliche, penetrante Werbung vermeiden, sondern eher für Orientierung sorgen/Expertise anbieten. Besonders beliebt sind übrigens Videos, reine Textposts gehen unter – Sie sollten also zu jedem Beitrag mindestens ein Bild hinzufügen. Außerdem können Sie sich in Themengruppen oder regionalen Gruppen einbringen oder selber eine gründen. So erfahren Sie, was Ihre Zielgruppe umtreibt und wie Sie sie am besten ansprechen. Hier sollten Sie allerdings nicht werbend auftreten, in vielen Gruppen ist das untersagt.

Was müssen Sie bei Facebook beachten?

Wenn Sie Facebook gewerblich nutzen möchten – und das tun Sie, sobald Sie dort mit Kunden in Kontakt treten – sollten Sie sich ein Unternehmensprofil anlegen. Denn nur so sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite. Wer mit einem privaten Profil werblich auftritt (die Erwähnung/Bewertung einer Marke reicht), droht eine Abmahnung. Außerdem können Sie nur mit einem Unternehmensprofil die Werbemöglichkeiten von Facebook nutzen. Weitere Informationen zur korrekten Anmeldung bei Facebook finden Sie in unserem Artikel Social Media: Ihre Wünsche, unsere Tipps.

Facebook Extra-Tipp: Teilen macht Freude!

Sie wissen nicht, ob Sie genügend Inhalte für Facebook zusammenkriegen? Die Zeit reicht nicht? Dann teilen Sie gern die Inhalte der VHV-Facebook-Seite.

Auch auf unserer Ratgeber-Seite finden Sie spannende Themen und Artikel, die Sie direkt auf Ihrer eigenen Facebook-Seite teilen können. Nutzen Sie dazu einfach den Social Sharing Bereich auf den Artikelseiten.

Google: Die mächtigste Suchmaschine

Kaum einer kann sich Google entziehen: 500 Millionen aktive Nutzer zählte das Unternehmen im vergangenen Jahr. Insbesondere junge Kunden beginnen hier die Suche nach einer passenden Versicherung. Das muss nicht heißen, dass sie auch online abschließen werden oder wollen. Vielmehr wollen sie sich einen ersten Überblick verschaffen. Schon an dieser Stelle können auch Sie ins Spiel kommen. Google ermöglicht es Ihnen, als regionales Unternehmen auch online wahrgenommen zu werden – dafür müssen Sie ledliglich ein paar kostenlose Einstellungen vornehmen.

Wozu wird Google genutzt?

Natürlich um bestimmte Webinhalte zu finden. Beispielsweise sucht der Nutzer nach der optimalen Versicherung für Bauherren, weil er ein Haus bauen will. Er sucht also nach Zahlen, Daten, Fakten, Tipps und Instruktionen. Das Gute: Sie müssen kein Bedürfnis mehr wecken, denn der Nutzer ist bereits auf der Suche nach Lösungen zu einem Problem oder einer Fragestellung. Sie können ihm dabei entgegenkommen und die Antworten liefern. Dazu müssen Sie allerdings ein paar Einstellungen vornehmen.

Welche Inhalte sind bei Google beliebt?

Wenn Sie eine Unternehmenswebsite pflegen, sollten Sie darauf achten, dass alle Überschriften aussagekräftig sind und bestimmte Wörter (Keywords) fallen. Stellen Sie sich vor, Ihr Artikel soll eine Frage beantworten. Als User gibt man bei Google Beispielsweise ein "Passende Haftpflichtversicherung finden". Google scannt Websites daraufhin mit einem komplizierten und größtenteils unbekannten Algorithmus und filtert für den User die passendsten Websites heraus – die also, auf denen er die meisten Übereinstimmungen zur Ausgangsfrage erkennt. Es fließen noch viele andere Parameter mit in die Bewertung ein, allerdings können schon kleine textliche Kniffe auch von Laien problemlos umgesetzt werden. Zudem gewinnt die Bildersuche immer mehr an Bedeutung, Ihre Bilder mit einem Alt-Text zu versehen, in dem ebenfalls häufig gesuchte Keywords enthalten sind, ist daher ratsam. Natürlich können Sie ähnlich wie bei Facebook auch bei Google Anzeigen schalten und sich eine bessere Position in den Suchergebnissen erkaufen. Doch das ist gar nicht unbedingt notwendig.

Denn: Google erkennt über die IP-Adresse des Suchers, von wo aus gerade gesucht wird. Befindet sich der Sucher also gerade in München, werden ihm auch regionale Unternehmen zum Thema angezeigt – ganz präsent am rechten Rand der Suchergebnisse oder gleich als erstes in der Liste. Hier können Sie punkten. Sie müssen dazu lediglich ein kostenloses Unternehmensprofil bei Google My Business anlegen.

Was müssen Sie bei Google beachten?

Um in regionalen Suchen online aufzutauchen, müssen Sie lediglich ein Unternehmensprofil bei Google My Business anlegen. Dort hinterlegen Sie Ihre Kontaktdaten, Ihre Website-URL, Öffnungszeiten und eine Standortinfo. Ergänzen können Sie die Angaben durch Infos zu Ihren Leistungen. Außerdem können Sie ein genaues Vertriebsgebiet definieren.

Instagram: Die Bilder, die Bedürfnisse wecken

Den Schwund an jüngeren Nutzern, den Facebook zu verbuchen hat, verzeichnet Instagram auf der anderen Seite an Neuzugängen. Über 15 Millionen Nutzer sind in Deutschland aktiv, Tendenz steigend. Instagram, die kleine Schwester von Facebook, überzeugt in erster Linie mit (Bewegt-)Bildern. Diesen Kanal sollte man in jedem Fall im Blick behalten, denn immer mehr Werbetreibende investieren hier. Die Möglichkeiten werden ständig ausgebaut und längst sind nicht mehr nur Modeunternehmen oder Kosmetik-Firmen mit einem Profil dort vertreten.

Wozu wird Instagram genutzt?

Themen, die die User bei Instragram umtreiben, sind vor allem aktuelle Trends, Lifestyle-Themen und Einblicke in den Alltag anderer. Hier tummeln sich die sogenannten Influencer, also User, die eine starke Präsenz auf ihrem Fachgebiet entwickelt haben und mittlerweile als Testimonials bekannter Marken auftreten. Es dreht sich viel um Selbstdarstellung und darum, Idole in ihrem Alltag zu begleiten. Von der ursprünglichen Idee, Schnappschüsse aus seinem Alltag zu posten, ist eine komplexe Werbetrommel geworden, die immer mehr auch von konservativen Branchen entdeckt wird.

Welche Inhalte sind auf Instagram beliebt?

Emotionen und Persönlichkeit zu zeigen, spielt bei Instagram eine noch größere Rolle als bei Facebook. In erster Linie wird das über hochwertige Bilder erreicht. Den Usern stehen diverse Filter bereit, die einen Smartphone-Schnappschuss im Handumdrehen in Hingucker verwandeln können. Diverse Apps bieten noch weitere Möglichkeiten zur Bildbearbeitung. Im Laufe des letzten Jahres hat aber besonders ein Format extrem an Bedeutung gewonnen: die Stories. Stories bestehen aus mehreren Einzelbildern, die mit Texten und animierten Figuren versehen werden können. Alternativ können Videosequenzen hochgeladen werden. Die Darstellung erfolgt im Hochformat.

Mittlerweile werden Storys deutlich häufiger angesehen als die Bilder im Newsfeed. Hier liegt auch eine Menge Werbe-Potential: Man kann eine Geschichte erzählen, Live-Videos posten und Nutzer aktiv einbinden. Diese können nämlich direkt auf die Story reagieren und beispielsweise ein Nachricht schreiben.

Was müssen Sie bei Instagram beachten?

Abgesehen davon, dass Ihre Inhalte nicht zu trocken daherkommen sollten und Sie dort insbesondere die Zielgruppe der 18 bis 35-jährigen antreffen, sollten Sie sich auch hier um ein Unternehmensprofil bemühen. Wenn Sie sich beispielsweise verifizieren lassen (mit blauem Haken) stehen Ihnen weitere Optionen zur Verfügung. So können Sie beispielsweise aus einer Story heraus auf eine Website verlinken. Das ist bei Instagram ansonsten schwer: Sie dürfen nur einen Link setzen und das auch nur in Ihrer Profilbeschreibung.

Machen Sie sich zuallererst Gedanken zu möglichen Inhalten, bevor Sie starten. Ein unprofessioneller Auftritt bei Instagram kann schnell nach hinten losgehen, denn es wirkt nicht selten wie ein Hochglanz-Magazin, in dem man gerade optische Fauxpas in jedem Fall vermeiden sollte.

Die Werbemöglichkeiten bei Instagram sind ähnlich organsiert wie beim Mutterkonzern Facebook. Zudem lassen sich die Kanäle miteinander verknüpfen.

LinkedIn: Facebook für die Unternehmenswelt

Das internationale Netzwerk fürs Berufsleben hat gerade in den letzten zwei Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Werbemöglichkeiten werden stetig ausgebaut und das Netzwerk besticht vor allem mit einem: Authentizität. Immerhin kann man hier deutlich sicherer sein, dass es sich um reale Namen handelt, wenn man ein Profil aufruft – man vernetzt sich dort schließlich zu beruflichen Zwecken. LinkedIn bietet sich vor allem an, um immer auf dem Laufenden zu bleiben, Branchennews untereinander zu teilen und ins Gespräch zu kommen. Nicht zu verachten: Viele Unternehmen entdecken die Plattform nun, um Luxusartikel zu vermarkten. Denn: Bei LinkedIn tummeln sich vor allem Entscheider, also in der Regel gut bezahlte Privatpersonen mit einer hohen Kaufkraft. Auch für einige Versicherungsprodukte könnten hier Potentiale liegen.

Wozu wird LinkedIn genutzt?

In erster Linie für den Aufbau eines beruflichen Netzwerks. Sie können dort beispielsweise eine Gruppe eröffnen und Ihre Kunden einladen, beizutreten. In der Gruppe haben die Kunden dann die Möglichkeit, Ihre Fragen loszuwerden und sich auszutauschen. Oder aber Sie ermöglichen Ihren Kunden, einen unkomplizierten Kommunikationsweg zu wählen: Eine private Nachricht ist in einer App meist schneller verfasst, als in einer Mail. Unterschätzen Sie außerdem nicht die Werbemöglichkeiten, die nach und nach ausgebaut werden. Berufsunfähigkeitsversicherungen dürften hier beispielsweise auch gut platzierbar sein – mit einem ähnlich guten Targeting wie bei Facebook. Außerdem sind Vertreter bestimmter Branchen zielgenauer zu erreichen. Noch ist die Anzeigenschaltung auf LinkedIn teurer als bei Facebook, doch man weiß nie, wie schnell sich das ändert.

Welche Inhalte sind auf LinkedIn beliebt?

Am meisten werden Unternehmensneuigkeiten geteilt, auf Veranstaltungen hingewiesen oder darüber berichtet. Zunehmend nutzen die Mitglieder aber auch die Möglichkeit, Dokumente hochzuladen oder eigene Artikel zu verfassen. So können Sie beispielsweise auch zu bestimmten Themen umfassend informieren und Ihren Experten-Charakter unterstreichen.

Worauf müssen Sie bei LinkedIn achten?

Obwohl auf LinkedIn die Option besteht, ein Unternehmensprofil anzulegen  (z. B. für ein Maklerpool), ist es sinnvoll, (zusätzlich) Einzelprofile für die Makler anzulegen und mit diesen auch auf der Plattform zu agieren. Sind Sie ein Ein-Mann-Unternehmen können Sie komplett auf ein Unternehmensprofil verzichten. Denn Einzelpersonen werden vom LinkedIn-Algorithmus besser bewertet und Inhalte entsprechend häufiger ausgespielt. Immerhin sollen ja der persönliche Austausch und konkrete Anprechpartner im Fokus stehen. Dass Sie gewerblich agieren, steht bei LinkedIn sowieso von Beginn an fest. Indem Sie ein privates Profil kostenpflichtig auf "Premium" stellen, werden Sie für weitere Funktionen freigeschaltet.

Und der Rest?

Snapchat, Twitter, Youtube, Pinterest: Es gibt noch zahlreiche weitere Social Media-Kanäle. Für das Versicherungsgeschäft sind diese bestimmt nicht völlig uninteressant, aber meist einfach sehr spezifisch.

  • Für die Video-Plattform Youtube brauchen Sie selbstverständlich gute Video-Inhalte. Das ist im Web immer von Vorteil, aber die Distribution sollte über andere Kanäle (z. B. Facebook) stattfinden.
  • Twitter ist in erster Linie eine Nachrichten-Plattform, auf der aktuelle News und gesellschaftspolitische Themen diskutiert werden. Für Journalisten, Medienhäuser und große Unternehmen ist das sicher interessant, um Neuigkeiten zu präsentieren. Für Marketing-Zwecke bieten die oben genannten Kanäle aber deutlich mehr Möglichkeiten und das bessere Publikum.
  • Um Snapchat, die Teenie-App, ist es wieder stiller geworden. Die Versicherungswelt findet hier sowieso nur schwer ihre Zielgruppe. Pinterest ist nett, um sich optische Inspirationen zu besorgen: Wer renovieren oder eine Party organisieren will, findet hier viele Anregungen. Ernste Themen passen zumindest aktuell noch nicht zum Stöber-Flair der App.

Nichtsdestotrotz: Trauen Sie sich und probieren Sie die neuen digitalen Möglichkeiten aus! Die Ausrichtung eines Kanals kann sich schnell ändern, deswegen ist es immer von Vorteil, auf dem Laufenden und neugierig zu bleiben. In den kommenden Monaten werden wir Ihnen die einzelnen Kanäle und Ihre Besonderheiten im Detail weiter vorstellen. Schnuppern Sie bis dahin doch schon einmal Social Media-Luft.